
Wie Sie aktiv zur Senkung beitragen können
Ein ärztlich diagnostizierter Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) erfordert eine konsequente medizinische Behandlung. Doch oft spielt auch Stress eine wesentliche Rolle. Die Entspannungstherapie in meiner Praxis in Velbert bietet Ihnen einen wissenschaftlich fundierten Weg, den Stressfaktor zu reduzieren und als sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Therapie aktiv zur Regulierung Ihres Blutdrucks beizutragen.
Chronische Anspannung versetzt Ihr Nervensystem in einen dauerhaften Alarmzustand. Die Folge: Die Blutgefäße verengen sich, das Herz schlägt schneller und der Druck im System steigt. Dieser Mechanismus, der für kurzfristige Herausforderungen überlebenswichtig ist, wird bei Dauerstress zu einer Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Genau hier setzt die Entspannungstherapie an. Sie lernen, Ihr Nervensystem gezielt vom „Gaspedal“ (Sympathikus) auf die „Bremse“ (Parasympathikus) umzuschalten. So können Sie die Gefäßspannung senken, den Puls beruhigen und einen positiven Einfluss auf Ihre Blutdruckwerte nehmen.
In meiner Praxis erlernen Sie einfache, aber hocheffektive Techniken, die sich nahtlos in Ihren Alltag integrieren lassen. Es geht nicht um stundenlange Übungen, sondern um kurze, gezielte Impulse, die Ihnen helfen, die Kontrolle über Ihr Wohlbefinden zurückzugewinnen. Wenn Sie bereit sind, diesen aktiven Part für Ihre Gesundheit zu übernehmen, freue ich mich auf ein Erstgespräch.
Der Zusammenhang zwischen Stress und Bluthochdruck: Ein Kreislauf, den Sie durchbrechen können
Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Anforderungen. Das vegetative Nervensystem aktiviert den Sympathikus, der Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol freisetzt. Diese Hormone bewirken unter anderem, dass sich die Blutgefäße verengen und das Herz kräftiger schlägt, um den Körper leistungsfähiger zu machen. Der Blutdruck steigt. In einer akuten Gefahren- oder Prüfungssituation ist dies sinnvoll. Problematisch wird es, wenn der Stress chronisch wird und dem Körper die notwendigen Erholungsphasen fehlen.
Bei einer stressbedingten Komponente des Bluthochdrucks bleibt das System in einer ständigen Grundanspannung. Die Entspannungstherapie zielt darauf ab, diesen Kreislauf bewusst zu unterbrechen:
- Aktivierung des Parasympathikus: Durch gezielte Entspannungstechniken wird der „Ruhenerv“ (Parasympathikus) aktiviert. Er ist für Erholung, Regeneration und eine Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks zuständig.
- Verbesserte Körperwahrnehmung: Sie lernen, die ersten Anzeichen von Anspannung frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, bevor der Stresspegel zu hoch ansteigt.
- Reduktion der Stresshormone: Regelmäßige Entspannung hilft, den Spiegel der Stresshormone im Blut zu senken, was sich direkt positiv auf die Gefäßgesundheit auswirkt.
- Mentale Entlastung: Techniken wie Achtsamkeit helfen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und den mentalen Druck zu reduzieren, der den Blutdruck ebenfalls in die Höhe treiben kann.
Sie erlernen somit eine Fähigkeit zur Selbstregulation, die Ihnen nicht nur im Hinblick auf den Bluthochdruck, sondern in allen Lebensbereichen zu mehr Gelassenheit und Resilienz verhilft.
Wirksame und alltagstaugliche Entspannungstechniken
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Regelmäßigkeit, nicht in der Dauer der Übungen. Wir konzentrieren uns auf Methoden, die Sie leicht und unauffällig in Ihren Tagesablauf integrieren können. Schon wenige Minuten täglich können einen signifikanten Unterschied machen.
Progressive Muskelentspannung (PMR)
Die PMR nach Jacobson ist eine sehr körperorientierte und leicht zu erlernende Methode. Durch den systematischen Wechsel von Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelgruppen wird eine tiefe körperliche Lockerung erreicht. Dies senkt nicht nur den Muskeltonus, sondern auch die Aktivität des Sympathikus. Eine Kurzform, die sich auf Hände, Arme und Schultern konzentriert, kann beispielsweise direkt am Schreibtisch durchgeführt werden, um Stress abzubauen.
Atemtherapie: Der direkte Weg zur Beruhigung
Ihre Atmung ist der schnellste und direkteste Weg, Ihr Nervensystem zu beeinflussen. Ein bewusst verlängerter Ausatem ist das universelle Signal für Entspannung. Wir üben Techniken wie die kohärente Atmung (Ein- und Ausatmung in einem gleichmäßigen Rhythmus, z.B. 5 Sekunden ein, 5 Sekunden aus), die nachweislich die Herzratenvariabilität verbessert und den Blutdruck senken kann. Diese Übungen können Sie jederzeit und überall durchführen.
Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR)
Achtsamkeit schult die Fähigkeit, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, ohne zu bewerten. Dies hilft Ihnen, aus automatischen Stressreaktionen und Grübelschleifen auszusteigen. Ein kurzer „Body Scan“, bei dem Sie Ihre Aufmerksamkeit durch den Körper wandern lassen und Empfindungen neutral wahrnehmen, kann den mentalen Druck reduzieren und zu einer tiefen inneren Ruhe führen. Oft ist auch der Umgang mit stressverstärkenden Emotionen ein Thema, das wir im Rahmen der Psychotherapie beleuchten können.
Integration in den Alltag: Ihr persönlicher Gesundheitsplan
Die größte Herausforderung ist oft, die neuen Gewohnheiten im stressigen Alltag zu verankern. Deshalb erstellen wir einen konkreten und realistischen Plan, der zu Ihrem Leben passt. Anstatt vager Vorsätze setzen wir auf feste „Wenn-Dann-Pläne“:
- Wenn ich morgens meinen ersten Kaffee trinke, dann mache ich fünf bewusste Atemzüge.
- Wenn ich eine stressige E-Mail beendet habe, dann spanne und entspanne ich dreimal meine Schultern.
- Wenn ich abends nach Hause komme, dann nehme ich mir fünf Minuten für einen kurzen Body Scan, bevor ich den Fernseher einschalte.
Diese kleinen, fest verankerten Rituale helfen Ihrem Nervensystem, regelmäßig in den Erholungsmodus zu schalten und senken so die allgemeine Stressbelastung. Sie werden überrascht sein, wie groß die Wirkung dieser Mikro-Pausen ist.
Häufig gestellte Fragen
zur Entspannungstherapie bei Bluthochdruck
Senkt Entspannung wirklich den Blutdruck?
Ja, Studien zeigen, dass regelmäßige Progressive Muskelentspannung den Blutdruck ähnlich effektiv senken kann wie ein leichtes Medikament. In der Entspannung weiten sich die Gefäße, was den Druck im System physiologisch messbar reduziert.
Was ist die BERN-Regel?
Die Hochdruckliga empfiehlt das BERN-Prinzip: Bewegung, Ernährung, Rauchstopp und Nicht zuletzt Entspannung. Wir integrieren Entspannungsinseln in Ihren Alltag, um Stressspitzen abzufangen, bevor der Druck steigt.
Merke ich den Effekt sofort?
Oft messen Klienten direkt nach einer Übung niedrigere Werte. Für eine dauerhafte Senkung ist jedoch regelmäßiges Training nötig. Sehen Sie es als „Gefäßtraining“.
Kann ich durch Entspannung meine Tabletten weglassen?
Das darf nur Ihr Arzt entscheiden! Oft führt regelmäßiges Entspannungstraining aber dazu, dass die Medikamentendosis langfristig angepasst und reduziert werden kann.
Wie hängen Stresshormone und Blutdruck zusammen?
Stresshormone wie Adrenalin verengen die Gefäße (Kampf-Flucht-Reaktion), der Druck steigt. Entspannung baut diese Hormone ab, die Gefäße weiten sich wieder.
- Entspannungsmethoden und ihre Wirkung
Das staatliche Gesundheitsportal erläutert detailliert, wie Verfahren wie die Progressive Muskelentspannung physiologisch wirken und bei Bluthochdruck helfen können. - Blutdruck natürlich senken: Was Sie selbst tun können
Ein evidenzbasierter Ratgeber der Stiftung Gesundheitswissen, der praktische Maßnahmen zur Blutdrucksenkung vorstellt, inklusive dem Erlernen von Entspannungstechniken. - Zusammenhang von Psyche, Stress und Herzgesundheit
Die Deutsche Herzstiftung informiert ausführlich darüber, wie psychische Belastungen den Blutdruck beeinflussen und wie Entspannung das Herz schützt. - Umfassende Patienteninformation zu Bluthochdruck
Das Portal des IQWiG bietet wissenschaftlich fundierte Informationen zu Ursachen und nicht-medikamentösen Behandlungen wie Stressabbau.

