Den Kreislauf durchbrechen
Chronische Schmerzen sind weit mehr als nur ein körperliches Symptom. Sie greifen tief in den Alltag ein, bestimmen Gedanken und Gefühle und führen zu einem zermürbenden Zustand aus Anspannung, Angst und Erschöpfung. In meiner Praxis für Psychotherapie (HeilprG) in Velbert biete ich Ihnen mit der Entspannungstherapie einen wissenschaftlich fundierten und einfühlsamen Weg, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen und Ihre Lebensqualität aktiv und selbstbestimmt zurückzugewinnen.
Das Ziel der Therapie ist es, Ihnen wirksame Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen Sie Ihre Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen, die oft damit verbundenen Muskelverspannungen lösen und wieder neues Vertrauen in die Signale Ihres Körpers fassen können. Die Entspannungstherapie versteht sich als eine komplementäre, also ergänzende, Methode zur ärztlichen Schmerztherapie. Sie befähigt Sie, wieder die Kontrolle zu übernehmen und dem Schmerz nicht länger hilflos ausgeliefert zu sein.
Sind Sie bereit, einen neuen, konstruktiven Weg im Umgang mit Ihren Schmerzen zu beschreiten? Ein unverbindliches Erstgespräch bietet Ihnen den geschützten Rahmen, um offen über Ihre Situation zu sprechen und gemeinsam erste, entlastende Schritte zu planen.
Den Teufelskreis aus Schmerz und Anspannung verstehen und durchbrechen
Chronische Schmerzen versetzen den Körper in einen permanenten Alarmzustand. Diese ständige Bedrohung führt zu einer unwillkürlichen Reaktion: Die Muskeln verhärten sich, besonders im Bereich des Schmerzes, aber oft auch in Schultern, Nacken und Kiefer. Die Atmung wird flacher und schneller. Die gesamte Aufmerksamkeit fokussiert sich wie ein Scheinwerfer auf die schmerzende Körperstelle. Diese Reaktionen sind anfangs sinnvolle Schutzmechanismen, werden bei andauernden Schmerzen aber selbst zum Problem.
Es entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf: Der Schmerz führt zu Anspannung, die Anspannung erhöht die Schmerzintensität, was wiederum die Angst vor dem Schmerz und die Anspannung verstärkt. Hinzu kommen oft zermürbende Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen, Reizbarkeit und sozialer Rückzug, die die Lebensqualität drastisch einschränken. Die Entspannungstherapie setzt genau an diesen Mechanismen an, um den Kreislauf an mehreren entscheidenden Punkten zu durchbrechen:
- Physiologische Ebene: Entspannungstechniken senken die allgemeine Muskelgrundspannung (Muskeltonus) und verbessern die Durchblutung im Gewebe, was zur Linderung beitragen kann.
- Neurobiologische Ebene: Sie aktivieren das parasympathische Nervensystem, den „Ruhenerv“, und reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, die die Schmerzempfindlichkeit erhöhen können.
- Kognitive Ebene: Sie lernen, Ihre Aufmerksamkeit bewusst und gezielt vom Schmerz wegzulenken und sie stattdessen auf neutrale oder angenehme Körperempfindungen zu richten. Dies „trainiert“ das Gehirn, den Schmerz nicht mehr als alleiniges, dominierendes Signal wahrzunehmen.
- Psychologische Ebene: Das Erleben von Selbstwirksamkeit („Ich kann selbst etwas tun, um mein Befinden zu verbessern“) ist ein entscheidender Faktor. Es holt Sie aus der passiven Opferrolle heraus und gibt Ihnen ein Gefühl von Kontrolle und Zuversicht zurück.
Ängste, die im Zusammenhang mit Schmerzen auftreten, wie die Angst vor Bewegung oder vor einer Verschlimmerung, können ebenfalls adressiert werden. Informationen dazu finden Sie auf meiner Seite zur Psychotherapie bei Angststörungen.
Sanfte und wirksame Entspannungstechniken bei chronischen Schmerzen
In der Entspannungstherapie bei chronischen Schmerzen geht es nicht um Leistung oder Perfektion. Der Fokus liegt darauf, wieder ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Wohlbefinden im eigenen Körper zu kultivieren, anstatt in einen aussichtslosen Kampf gegen den Schmerz zu ziehen. Wir finden gemeinsam heraus, welche Methode für Sie am besten geeignet ist.
Angepasste Progressive Muskelentspannung (PMR)
Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist eine exzellente Methode, um den Zusammenhang von Anspannung und Schmerz direkt zu erfahren und zu beeinflussen. Wir passen die Übungen sehr sorgfältig an Ihre individuelle Situation an. Schmerzende Körperregionen werden entweder nur sehr sanft einbezogen oder zu Beginn komplett ausgelassen. Sie schulen Ihre Körperwahrnehmung und lernen, selbst kleinste Verspannungen zu erkennen und aktiv loszulassen. Dies führt oft schon zu einer spürbaren Erleichterung und einem tiefen Gefühl der Kontrolle.
Atemtherapie und achtsame Körperreisen (Body Scans)
Ihr Atem ist ein direkter Draht zu Ihrem Nervensystem. Ein ruhiger, tiefer und vor allem verlängerter Ausatem ist eines der stärksten Signale der Entspannung für Ihren Körper. Wir üben einfache, aber hochwirksame Atemtechniken, die Sie jederzeit und unbemerkt im Alltag anwenden können, um Schmerzspitzen zu kappen und das Nervensystem zu beruhigen. Bei den sogenannten Körperreisen (Body Scans) leiten wir Ihre Aufmerksamkeit achtsam und ohne zu werten durch den gesamten Körper. Das Ziel ist es, den starren Fokus vom Schmerz zu lösen und auch die vielen neutralen oder sogar angenehmen Empfindungen wieder bewusst wahrzunehmen, die immer vorhanden sind.
Einen Überblick über die verschiedenen Ansätze und Methoden finden Sie auch auf der Hauptseite zur Entspannungstherapie.
Wichtige Hinweise zur komplementären Schmerztherapie
Es ist mir ein besonderes Anliegen zu betonen, dass die Entspannungstherapie eine komplementäre, also begleitende, Methode ist. Sie ersetzt in keinem Fall eine fundierte ärztliche Diagnose und eine leitliniengerechte medizinische Behandlung Ihrer chronischen Schmerzen. Eine umfassende Abklärung durch Fachärzte ist die unerlässliche Grundlage für jede weitere therapeutische Maßnahme. Auf Ihren Wunsch hin arbeite ich gerne interdisziplinär mit Ihren behandelnden Ärzten und Physiotherapeuten zusammen, um eine ganzheitliche und optimal auf Sie abgestimmte Betreuungsstrategie zu gewährleisten.
Der therapeutische Prozess erfordert Geduld und eine freundliche, annehmende Haltung sich selbst gegenüber. Es geht nicht darum, den Schmerz mit Gewalt „wegzumachen“, sondern darum, einen neuen, konstruktiveren und friedvolleren Umgang mit ihm zu erlernen. Oft sind es die kleinen, stetigen Fortschritte, die den größten Unterschied bewirken – eine etwas bessere Nachtruhe, ein Moment der Unbeschwertheit oder die wachsende Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten.
Häufig gestellte Fragen zur Entspannung bei chronischem Schmerz
Können die Entspannungsübungen meine Schmerzen nicht noch verschlimmern?
Nein, bei einer korrekten, achtsamen und individuell angepassten Anwendung ist dies nicht zu erwarten. Wir gehen äußerst behutsam vor und stellen sicher, dass alle Übungen für Sie jederzeit angenehm und wohltuend sind. Sie behalten die volle Kontrolle, und wir passen jede Übung an Ihre persönliche Tagesform und Ihre Grenzen an. Das oberste Gebot ist Ihre Sicherheit und Ihr Wohlbefinden.
Ich habe schon so vieles ohne Erfolg ausprobiert. Warum sollte ausgerechnet das helfen?
Viele herkömmliche Therapien konzentrieren sich ausschließlich auf die rein körperliche Ebene des Schmerzes. Die Entspannungstherapie bezieht gezielt die entscheidende psychische Komponente mit ein – den Teufelskreis aus Schmerz, Stress, Angst und Anspannung. Indem Sie lernen, diesen Kreislauf aktiv zu durchbrechen, eröffnen sich oft völlig neue Wege zur Linderung, die in bisherigen Behandlungen möglicherweise unberücksichtigt blieben.
Wie oft und wie lange muss ich üben, damit es eine Wirkung zeigt?
Das Prinzip lautet: Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Dauer der einzelnen Übung. Wir erarbeiten gemeinsam ein Programm mit sehr kurzen, alltagstauglichen Einheiten (z.B. 5-10 Minuten, mehrmals täglich), das Sie nicht überfordert, aber dennoch eine nachhaltige Wirkung entfaltet. Ziel ist es, dass Entspannung zu einer neuen, gesunden Gewohnheit wird, die Ihr Nervensystem langfristig umprogrammiert.
Ist auch Hypnose eine Option bei chronischen Schmerzen?
Ja, die moderne Hypnosetherapie ist eine wissenschaftlich sehr gut untersuchte und anerkannte Methode in der Schmerztherapie. In einem Zustand hypnotischer Trance können Schmerzsignale im Gehirn nachweislich moduliert und verändert werden. Zudem können tiefe, heilsame Entspannungszustände erreicht und stärkende innere Bilder verankert werden. Gerne klären wir in einem persönlichen Gespräch, ob dies ein passender Ansatz für Sie ist.
Wenn Sie bereit sind, die Regie im Umgang mit Ihren Schmerzen wieder selbst in die Hand zu nehmen und neue Wege zu gehen, dann machen Sie den ersten Schritt. Ich begleite Sie mit Empathie, Fachwissen und Geduld.